Der falsche Karottenkuchen

Vor einem Jahr beschlossen wir kurzerhand für zwei Wochen nach Irland zu fliegen. Wir waren von Irland restlos begeistert, dabei stand die Reise vom Anfang an unter keinem guten Stern, dazu später mehr.

Irland ist nicht nur wegen den üppig grünen Feldern, der wilden Altantischen Küste oder der vielen Burgen und Schlösser berühmt, nein, kulinarisch hat Irland ziemlich viel zu bieten.

Ich möchte euch meine Lieblingsgerichte nachkochen und euch dazu inspirieren auch den Kochlöffel und den Mixer wie die Ir(r)en zu schwingen. Eines der Gerichte, das ich genüsslich in Irland verschlungen habe, ist der Karottenkuchen, ahhh wie ich ihn liebe. Nur woher stammt eigentlich der Karottenkuchen? Stammt er aus den U.S.A, oder doch aus Irland? Oder haben es die Iren nach Amerika gebracht? Ehrlich gesagt, ist mir das egal, Hauptsache ist, dass er irrrrrrre gut schmeckt.

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Gestern hat mich der Heißhunger gepackt und dachte, „ich muss jetzt diesen Karottenkuchen haben, was mache ich nur, ich habe gar keine Karotten im Kühlschrank“. Ich hatte lediglich ein Stück gebackenen Muskatkürbis vom Vortag übrig, mein Tag war also gerettet.

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Hier geht’s zum Rezept für eine Tortenform mit einem Durchmesser von 20 cm:

Teig:

2 Eier

200 g Zucker

200 ml Öl

100 g Weizenmehl

100 g Dinkelmehl

200 g gebackenen Muskatkürbis

1 TL Backpulver

1 TL Back Natron

2 TL Zimt

2 TL geriebenen Ingwer

Frosting:

400 g Doppelrahmfrischkäse

100 g Butter (zimmerwarm)

200 g Puderzucker

1 Schuss Rum

Geriebene Schale von einer Zitrone

Gehackte Walnüsse zum Dekorieren

Tipp: Habt ihr nur eine große Form (28 cm)? Kein Problem! Verdoppelt einfach die angegebene Menge.

Zubereitung:

Eier, Zucker und Öl mit dem Stabmixer zu einem glatten Teig verrühren, die anderen Zutaten nach und nach hinzufügen und gut miteinander vermengen. In einer gefetteten Form die Masse eingießen und bei 170 Grad Ober- und Unterhitze ca. 45 Minuten backen.

Die Backzeit kann je nach Ofen variieren, mit einem Holzspieß in die Mitte des Kuchens bis zum Boden stechen. Sobald das Spieß trocken ist, ist der Kuchen fertig.

Frosting:

Der Doppelrahmfrischkäse mit der Butter und dem Puderzucker zu einer glatten Creme verrühren, den Rum samt der geriebenen Zitronenschale unterheben.

Nachdem der Kuchen abgekühlt ist, mit einem scharfen Messer halbieren und mit einem Teil der Creme bestreichen, die zweite Hälfte drauflegen und die restliche Creme drauf verteilen. Mit den gehackten Walnüssen dekorieren.

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Viel Spaß beim Nachbacken und guten Appetit. Eure Mirel(l)a 💋

P.S. Am nächsten Tag schmeckt der Kuchen noch saftiger und intensiver, ein Traum,  man kann sich gar nicht mehr satt essen!

 

 

Erdbeerkonfitüre und der Kommunismus

Ach der Sommer, der ist mir doch fast die allerliebste Jahreszeit! Obst in allen Variationen, man will sich durch die ganzen Sorten durchessen bis man platzt. Erdbeeren, Himbeeren, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Kirschen, Marillen, Nektarinen, Pirsichen, ach du meine Güte, am liebsten würde ich in Obst baden! 😀

Sommer und Einmachen gehört irgendwie dazu, wie der Winter mit dem Schnee! Einmachen klang für mich immer nach viel Arbeit und ich hasse viel Arbeit in der Küche. Das ganze Obst zusammen schnipseln und stundenlanges Einkochen. Nein, danke, das ist nichts für mich, aber wieso denn eigentlich?

Wenn ich eine Selbstanalyse starte und in die Tiefe meiner Psyche hineinschaue, gebe ich einfach meiner Mutter die Schuld. Diese Einstellung habe ich meiner Mutter zu verdanken, denn sie hatte nicht wirklich Zeit mir das Einkochen beizubringen bei einem 7 Tage die Woche Job.

Ja ja, ja, ihr habt richtig gelesen. Während der Kommunismus-Ära in Rumänien bis Dezember 1989 , (meiner Meinung nach ist der Kommunismus immer noch präsent, das heißt jetzt nur Demokratie), musste meine Mutter 7 Tage die Woche arbeiten und hatte einmal im Monat Sonntags frei. Sie war Filialleiterin eines Brautmoden-Geschäfts und musste immer vom Aufsperren bis zum Zusperren im Geschäft sein. Ein hartes Leben das man sich heute überhaupt nicht mehr vorstellen kann, aber damals hatte man keine Wahl, entweder man fügte sich für einen Mindestlohn, oder man hungerte.

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Wen wundert es dann, denn sie hatte kaum Zeit fürs Einkochen oder stundenlanges Stehen in der Küche, im Gegensatz zu ihren beiden Schwestern. Sie waren Beamtinnen und hatten eine Menge Freizeit. Meine Tanten hatten ihre Vorratskammern voll mit Einmachgläsern, Zwetschgen-, Marillen,- Erdbeerkonfitüren. Gurken, grüne Tomaten, gegrillte Melanzani und Paprika und viele andere Leckereien. Jedes Mal als ich eines meiner Tanten besuchte, ging ich in ihrer Vorratskammer und bediente mich einfach, ich fühlte mich wie Alice im Schlemmerland.

Heute ist Einmachen von Konfitüren ganz leicht, warum? Gelierzucker hat unsere Küche erobert! Geht ganz schnell, nur das Schnipseln bleibt mir leider nicht erspart! 😉

Man nehme 1 kg Obst und 1 kg Gelierzucker, man kocht die Masse ca. 4 Minuten auf starker Hitze ein, Achtung es spritzt, und füllt die heiße Masse in die bereits ausgekochten Gläser ein. Viola, fertig und schmeckt sogar! 😀

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